Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Sie beginnt oft schon im jungen Erwachsenenalter und führt in vielen Fällen dazu, dass die gesamte Lebensplanung neu überdacht und organisiert werden muss. Frauen sind von einer Multiplen Sklerose zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer.
Eine Heilung der MS ist derzeit noch nicht möglich, doch dank der modernen medizinischen Forschung kann man die Krankheit heutzutage früher diagnostizieren und sehr gut behandeln. Mit modernen Medikamenten ist es möglich, den Symptomen der MS entgegenzuwirken, ein Fortschreiten der Behinderung zu verzögern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Die MS ist eine so genannte Autoimmunerkrankung. Normalerweise schützt die Blut-Hirn-Schranke – die natürliche Barriere zwischen dem Gewebe des Zentralen Nervensystems (ZNS) und dem Blut – die empfindlichen Nerven im Gehirn vor schädlichen Einflüssen wie z.B. Viren oder Bakterien. Bei der MS wird diese natürliche Schutzbarriere durchlässiger: Die fehlgesteuerten körpereigenen Immunzellen können in das ZNS eindringen. Dort greifen sie die Nervenzellen an, was zu Entzündungen sowie letztlich zu irreparablen Schäden an den Nerven führt. Nervenimpulse können nicht mehr weitergegeben werden; die MS-Symptome treten auf. Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen sowie chronische Müdigkeit: So vielfältig sind die Symptome der MS. Da Verlauf und Symptome bei jedem Patienten unterschiedlich sind, nennt man MS auch die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“.
Typischerweise tritt die MS in Schüben auf, denn laufend entwickeln sich Entzündungsherde im Gehirn, die unvorhergesehen Schübe auslösen können. Zu Beginn der MS bilden sich die Symptome des Schubs meist vollständig zurück. Doch jeder Schub birgt die Gefahr, dass eine Behinderung zurückbleibt. Der Erfolg der Therapie lässt sich also an der Anzahl der Schübe ablesen – je weniger Schübe, desto wirksamer die Therapie. Was viele nicht wissen: Auch zwischen den Schüben ist die Krankheit aktiv. Daher sagt man auch „Die MS schläft nie“. „Besonders wichtig ist daher, dass Patienten auch in der schubfreien Zeit Ihre Therapie fortsetzen.
Wichtig für alle MS-Betroffenen ist, dass die Erkrankung schnell und richtig diagnostiziert wird, damit bereits früh mit der passenden Behandlung begonnen werden kann. Denn jahrelange praktische Erfahrungen der Ärzte und klinische Studien belegen eindeutig, dass durch eine frühe Therapie die Häufigkeit und Schwere von Schüben verringert und das Fortschreiten der Behinderung verzögert werden kann.
So zeigen zum Beispiel auch die Ergebnisse einer klinische Studien, dass ein früher Therapiebeginn mit dem Wirkstoff Interferon beta-1a (Avonex®) bereits ab dem ersten Schubereignis den Krankheitsverlauf der MS deutliche verlangsamen kann. Innerhalb der ersten drei Studienjahre wurde das Risiko eine klinisch gesicherte MS zu entwickeln, durch die Frühtherapie fast um die Hälfte gesenkt. Auch nach fünf Jahren Therapie war dieses Risiko noch um mehr als ein Drittel (35%) geringer.
Leider brechen immer noch viele MS-Patienten ihre immunmodulatorische Therapie irgendwann ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig, z.B. fehlendes Wissen zur Krankheit und Nichterkennen der Dringlichkeit einer Behandlung oder zu wenig Zeit für eine Injektionsschulung sowie zu wenig Information zu möglichen Nebenwirkungen.
Aus diesem Grund hat das Unternehmen Biogen Idec einen besonderen Service für MS-Patienten ins Leben gerufen – das MS-CARE Therapiebegleitprogramm. Es soll die Kompetenz von MS-Patienten stärken und ihnen die Möglichkeit geben, mehr Selbstverantwortung für den Verlauf der Erkrankung und die konsequente Durchführung einer Behandlung zu tragen.
Das MS-CARE Therapiebegleitprogramm besteht aus drei Säulen: Zum einen gibt es den MS-CARE Schwesternservice mit deutschlandweit über 30 speziell geschulten Schwestern. Die MS-Schwestern stehen den Patienten kostenlos mit Rat und Tat als
individuelle Ansprechpartner zu Seite, bieten Ihnen eine kompetente Injektionsschulung und stellen umfassende Informationsmaterialien zur Verfügung. Die MS-Schwestern stehen zur Verfügung, wenn der behandelnde Arzt sie zu Ihrer Betreuung und Schulung anfordert. Sie kommen zu Ihnen nach Hause, damit die Injektionsschulung in gewohnter Umgebung durchgeführt werden kann. Dies hat auch den Vorteil, dass die Angehörigen an der Schulung teilnehmen und den Umgang mit der Erkrankung lernen. Anschließend wird ihr Arzt von der MS-Schwester über den erfolgreichen Verlauf der Schulung informiert.
Als weitere wichtige Säule des Therapiebegleitprogramms können Betroffene im Rahmen des MS Service-Centers kostenlos die Beratung durch medizinisches Fachpersonal, Sozial- und Arbeitsrechtsexperten, sowie Psychologen in Anspruch nehmen.
Über die Website (www.ms-life.de), die Patientenzeitschrift MS Life & News sowie als dritte Säule Informations- und Servicematerialien erhalten die MS-Patienten weitere umfassende und kostenfreie Unterstützung.
Diese umfangreiche Unterstützung für Arzt und Patient erhöht nachweislich die Therapiezufriedenheit: Bislang wurden insgesamt nahezu 12.000 Patienten erfolgreich geschult. 95 Prozent der Patienten, die durch das MS-CARE Therapiebegleitprogramm betreut wurden, bleiben bei ihrer Therapie, übernehmen die Verantwortung für den Erfolg der Behandlung und verbessern ihre Lebensqualität.
MS-CARE – Kontakt
Die Hotline ist montags bis freitags
von 08.00 bis 20.00 Uhr kostenfrei erreichbar unter:
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