Poliovirus, ein RNA-Virus, das nur beim Menschen und bei einigen Affenarten vorkommt
Vor allem fäkal-orale Schmierinfektionen, aber auch Tröpfcheninfektion
5-10 Tage
Im katarrhalischen Stadium Erkältungssymptome. Bei 1 Prozent der Erkrankten kommt es zur Meningitis (Hirnhautentzündung) und schließlich zum paralytischen Stadium mit Lähmungen vor allem der Extremitäten, aber auch zur Atemlähmung und zum Herzversagen. Ein großer Teil der Lähmungen bildet sich zurück, vor allem, wenn rechtzeitig mit Physiotherapie und Bewegungstraining begonnen wird.
Seit Einführung der Schluckimpfung 1962 wurde die Kinderlähmung fast vollständig zurückgedrängt. Doch auch heute noch ist eine Impfung wichtig, um den Ausbruch einer Epidemie zu verhindern. Der Krankheitserreger gelangt meist durch mangelnde Hygiene über die Nahrung zum Menschen. Die Infektion verläuft häufig unbemerkt und ohne Symptome, sie kann aber auch Komplikationen verursachen wie Lähmungen und Schädigungen des zentralen Nervensystems. Gegen die Kinderlähmung gibt es bis heute keine Behandlungsmöglichkeit.
Die Kinderlähmung kann von drei verschiedenen Polio-Viren verursacht werden. Um einen sicheren Impfschutz zu erreichen, müssen alle drei Erregertypen mehrfach verabreicht werden. Die erste Impfung kann ab Beginn des 3. Lebensmonats begonnen werden. Eine Auffrischimpfung sollte nach 10 Jahren erfolgen und bei Erwachsenen vor Reisen in Länder, in denen die Kinderlähmung noch häufig vorkommt.