Beim Herpes simplex handelt es sich um einen durch Herpesviren verursachten Hautausschlag. Dabei entstehen vor allen an Mundschleimhaut, Lippen, Scheide oder Zytoplasmal, aber auch an anderen Hautbereichen schmerzhafte, in Gruppen angeordnete Bläschen. Schon bevor die ersten Bläschen sichtbar werden, macht sich der Herpes als Kribbeln oder Brennen an den befallen Stellen bemerkbar. Die Bläschen verkrusten nach einiger Zeit und heilen nach sieben bis zehn Tagen ab. Wer einmal eine Herpes-Infektion hatte, muss damit rechnen, dass die Krankheit an den selben Stellen wieder auftritt.
Der beste Schutz vor einer Herpesinfektion ist die Vermeidung von Haut- und Schleimhautkontakten. Eine Ansteckung ist allerdings schwer zu vermeiden, da nahezu 100 Prozent der Bevölkerung mit Herpes simplex infiziert sind. Die Übertragung der Viren erfolgt oft schon im frühen Kindesalter. Im akuten Erkrankungstadium sollte man möglichst das Küssen und den direkten Kontakt mit der betroffenen Hautstelle vermeiden. Das betrifft vor allem Mütter von Säuglingen, da aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems beim eine Herpesinfektion einen schweren Verlauf nehmen kann.
Beim Herpes genitalis (im Genitalbereich) ist während der Krankheitsphase der sexuelle Kontakt zu vermeiden. Kondome bieten den besten Schutz vor einer Ansteckung.
Zur Zeit arbeiten Forscher an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Herpes-Infektion.
Starke Sonnenlicht-Einwirkung begünstigt Herpes-Ausbruch
Nach der ersten Ansteckung wandern die Herpes-Viren entlang der sensiblen Nervenstränge zum Rückenmark, wo sie zunächst verbleiben. Bei fieberhafte Erkrankungen, hormonellen Veränderungen, körperliche Anstrengungen, Verletzungen oder UV-Strahlung wird das Immunsystem geschwächt. In so einer Situation können die Erreger wieder zur Haut wandern und einen Herpes-Ausbruch (Rezidiv) auslösen. Die am häufigsten betroffenen Körperpartien bei einem Rezidiv sind Lippen, Ohren, Augen, Oberschenkel, Füße, Po und Genitalien.
Nur bei etwa einem Viertel der mit Herpes simplex infizierten Bevölkerung werden die Viren wieder aktiv. Die Häufigkeit von Rezidiven hängt unter anderem von den unterschiedlichen Virus-Stämmen ab. Etwa jeder fünfte Betroffene bemerkt entweder einen Ausbruch oder das Rezidiv verläuft symptomfrei. Ungefähr 60 Prozent der Patienten “verpassen” das Rezidiv, weil keine eindeutigen Symptome vorliegen. Patienten, die nichts von ihrem Herpes-Schub wissen, sollen für zwei Drittel aller Neu-Infektionen verantwortlich sein.
Schon bei den ersten Anzeichen einer Herpeserkrankung wie Kribbeln oder Brennen oder leichtes Ziehen der Haut, sollte eine Herpessalbe (Apotheke) aufgetragen werden, um den Verlauf der Erkrankung abzuschwächen oder den Ausbruch zu verhindern. Auch wenn bereits Bläschen erschienen sind, kann eine rechtzeitige Behandlung die Krankheitszeichen mildern. Medikamente zur Behandlung von Herpesinfektionen, sog. Virostatika, stehen je nach Schweregrad und Ort der Infektion als Tabletten, Flüssigkeit, Creme, Augensalbe und Infusion zur Verfügung.