Phytopharmaka wirksam bei Harnwegsbeschwerden

Pflanzliche Arzneimittel haben in der Urologie einen hohen Stellenwert. Sie werden vor allem zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) verordnet.

Harnwegsentzündungen

Entzündliche Erkrankungen der Harnwege sind Folge von bakteriellen Infektionen. Typische Symptome sind vermehrter Harndrang, brennendes Gefühl beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch und oft auch Fieber.

Bei ersten Anzeichen einer Harnwegsinfektion sollte der Arzt aufgesucht werden. Die Krankheitserreger könnten sonst auch noch die Nieren befallen.
Zur unterstützenden Behandlung von Harnwegsinfektionen und um z.B.
einer Steinbildung vorzubeugen, eignen sich medizinische Teezubereitungen. Diese tragen über eine vermehrte Harnbildung dazu bei, dass aufsteigende Bakterien, entzündungsfördernde Substanzen oder Kristallisationskerne für Steine ausgeschwemmt werden. Einige der verwendeten Heilpflanzen haben zudem eine antibakterielle und krampflösende Wirkung.

Gutartige Prostatavergrößerung

Bei der sogenannten benignen Prostatahyperplasie handelt es sich um eine gutartige Gewebewucherung der Vorsteherdrüse. Die vergrößerte Drüse drückt auf die Harnröhre.
Die Harnröhre wird dadurch eingeengt. Es entstehen dadurch Beschwerden beim Wasserlassen. In der Blasengegend können auch Schmerzen auftreten, die ähnlich sind, wie bei einer Blasenentzündung.

Auslöser der Gewebswucherungen der Prostata sind vermutlich in erster Linie Hormonumstellungen bei älteren Männern. Grundsätzlich kann eine Vergrößerung der Prostata aber auch schon bei einem 30-jährigen Mann auftreten.

Die gutartige Vergrößerung der Prostata kann im Anfangsstadium mit pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden. Diese sollen auf die Hormonproduktion Einfluss nehmen. Gleichzeitig haben sie eine antientzündliche Wirkung auf Prostata und Harnwege.
In Amerika wurde im Rahmen der sogenannten PLESS-Studie über zehn Jahre lang die Wirkung eines Medikamentes auf das Wachstum der Prostata beobachtet. Der hier kontrollierte Wirkstoff Finasterid hat sich dabei zur Behandlung der vergrößerten Prostata bewährt.
Man gibt Finasterid oder andere Wirkstoffe, wenn homöopatische Präparate nicht mehr zur Behandlung ausreichen.
Bestimmte Verhaltensmaßnahmen können die Beschwerden bei vergrößerter Prostata lindern. Dazu zählt regelmäßiges Harnlassen zur Vermeidung einer Blasenüberfüllung, körperliche Bewegung, geregelte Darmtätigkeit und Schutz vor Kältereizen. Deshalb lassen sich viele Patienten ihr eiskaltes Bier anwärmen, bevor sie es trinken.
Bei fortgeschrittener Wucherung der Prostata, wenn die dadurch bedingten Beschwerden trotz entsprechender Medikamente nicht in den Griff zu bekommen sind, muss die Prostata entfernt werden. Dadurch wird die Blasenentleerung in der Regel vollständig normalisiert.
Gräserpollen und ß-Sitosterin

Studien geben Hinweise zur Wirksamkeit von Gräserpollen bei BPH. Auch das Pflanzenhormon ß-Sitosterin aus der Wurzelknolle der in Südafrika beheimateten Pflanze Hypoxis rooperi kann den Harnfluss günstig beeinflussen. Diese Substanzen sind in einigen Prostatapräparaten enthalten.

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