Medikamente und Erektile Dysfunktion

Wirksame Medikamente haben auch Nebenwirkungen

Jedes Medikament hat außer der erwünschten Wirkung auch unterschiedliche Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen treten nicht alle und nicht bei jedem in gleicher Art und Stärke auf. Sind die Nebenwirkungen intensiv und können nicht ertragen werden, so muss das Medikament abgesetzt werden. Dann muss versucht werden, mit einem anderen Medikament zum Ziel der Behandlung zu kommen.

Manche Nebenwirkungen machen sich langsam und schleichend bemerkbar. Dies trifft oft auf Medikamente zu, die sehr lange Zeit oder sogar dauernd eingenommen werden müssen. Oft kann dann der Zusammenhang zwischen der Medikament-Einnahme und der Nebenwirkung nicht ohne weiteres hergestellt werden.

Weiterhelfen kann da sicher der Beipackzettel des Medikaments. Dort kann man im Abschnitt “Nebenwirkungen” nachlesen, welche Nebenwirkungen möglicherweise zu erwarten sind. Die dort aufgeführte große Anzahl von unerwünschten Wirkungendarf niemanden erschrecken oder veranlassen, sein Medikament nicht einzunehmen, sondern ist vielmehr Ausdruck dafür, dass jeder Mensch auf eine Substanz anders reagiert. Im Zweifelsfall sollte man dann seinen Arzt oder auch den Apothekern fragen was zu machen ist.

Erektile Dysfunktion als Folge von Arzneien

Viele Medikamente können als unerwünschte Wirkung eine erektile Dysfunktion (ED) oder andere sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Allerdings werden diese Art der Nebenwirkungen gar nicht so häufig berichtet und das liegt einfach daran, dass Ärzte selbst oft nicht genügend beachten, dass eine ganze Reihe von Arzneimitteln Einfluss nehmen auf nervale Abläufe, auf die körpereigenen Hormone und deren Wirkung. Schließlich kann sich ein pharmazeutisches Produkt sogar auf die Psyche der jeweiligen Verwender auswirken und dadurch Einfluss auf die sexuellen Funktionen nehmen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) versuchten in einer umfangreichen Untersuchung dazu einigermaßen Klarheit zu schaffen. Dazu werteten sie etwa 100 000 Berichte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen in der gemeinsamen Datenbank aus. Die Untersucher gehen auch nach dieser Auswertung allerdings noch davon aus, dass eine große Dunkelziffer besteht.

Um die Ursachen der medikamentös bedingten sexuellen Funktionsstörungen zu verstehen, muss man sich die physiologischen Vorgänge der sexuellen Funktionen und die möglichen Angriffspunkte von Arzneimitteln vorstellen. Im Wesentlichen lassen sich vier funktionelle Bereiche trennen, innerhalb derer Arzneimittel auf die sexuellen Abläufe im Sinne einer Störung einwirken können:

  • zentral unspezifisch, zum Beispiel durch Sedierung oder allgemeine Abnahme des sexuellen Interesses,
  • zentral spezifisch durch Wirkung auf die Neurotransmitter und Rezeptoren
  • peripher durch Beeinflussung der peripheren Neurotransmitter
  • durch hormonelle Effekte

Auf der zentralen Ebene sind es die beiden Transmitter Dopamin und Serotonin sowie das Hormon Prolaktin, die nach heutigem Stand des Wissens eine wesentliche Rolle für die Vorgänge der Sexualität spielen.
Dopamin scheint eine stimulierende Wirkung insbesondere auf die Erektion zu haben. Außerdem bewirkt Dopamin eine Steigerung der Stickstoffoxidsynthese, welches sowohl auf zentraler als auch auf peripherer Ebene eine wichtige Rolle bei der Gefäßerweiterung und den sexuellen Abläufen spielt.

Diese Mechanismen erklären auch eine Steigerung der sexuellen Aktivität durch Parkinsonmedikamente, die Dopamin enthalten Gegenspieler des Dopamin, also Medikamente die die Wirkung von Dopamin aufheben, wie die so genannten Neuroleptika, führen umgekehrt zu einer Verminderung der Sexualfunktionen.

Der Transmitter Serotonin hemmt eher die Sexualfunktionen und beeinflusst vorwiegend die Ejakulation, wobei es einerseits zu einer Beschleunigung der Ejakulation, andererseits auch zu einer Verzögerung derselben kommen kann.

Medikamente, die verhindern, dass Serotonin in seine Speicher in den Nervenendigungen aufgenommen wird, die so genannten Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI) führen sehr häufig zur Anorgasmie.

Die peripheren Sexualfunktionen werden durch Nerven reguliert, die zur Erektion führen- das sind parasympathische (cholinerge) Nervenfasern, oder die zur Erschlaffung führen- das sind sympathische (adrenerge) Fasern.

Dabei kommt es während der Füllungsphase durch Erschlaffung der Schwellkörper- und Gefäßmuskulatur zu einer Steigerung des Blutflusses in den Penisarterien und der Füllung der Corpora cavernosa.

Während der Tumeszenzphase steigt der intrakavernöse Druck weiter an, bis er in der Erektionsphase den systolischen Blutdruck übersteigt und es zu einem Verebben des Blutflusses in den Penisarterien kommt.

Während der Erschlaffungsphase bewirkt die Tonisierung der glatten Muskulatur eine Verengung der Blutgefäße und sorgt die Wiederherstellung der ursprünglichen Durchblutungsverhältnisse.

Da die Erektion überwiegend durch cholinerge Nervenfasern entsteht, haben Medikamente, die die parasympathischen (cholinergen) Nervenfasern beeinflussen, einen negativen Effekt auf die Erektion. Tatsächlich gibt es vielfach Berichte über die negativen Auswirkungen von Neuroleptika, trizyklischen Antidepressiva oder Parkinsonmedikamenten auf die Erektion.

Für die Erschlaffung des Penis sind dagegen sympathische Nervenfasern verantwortlich.

Medikamente, die den Sympathikus beeinflussen, können daher eine Erschlaffung des Penis verhindern. Möglicherweise können solche Arzneimittel aber zu Priapismus (Dauererektion) führen.

Die Ejakulation wird, unabhängig von der Erektion, durch sympathische Nervenfasern gesteuert. Schmerzen während des Orgasmus des Mannes werden wahrscheinlich durch eine Blockade peripherer Noradrenalin-Rezeptoren hervorgerufen. Dies könnte die koordinierte Kontraktion der glatten Muskulatur während des Spermatransportes stören und so zu schmerzhaften Spasmen führen. Diese Nebenwirkung findet man bei trizyklischen Antidepressiva.

Eine wichtige Rolle spielt auch das endokrine Hormonsystem. So kann beim Mann ein verminderter Testosteronspiegel von einer Abnahme der Erregbarkeit und des sexuellen Verlangens begleitet sein.

Viele Medikamente können als Nebenwirkung eine erektile Dysfunktion (ED) oder andere sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Im Einzelnen soll hier nicht darauf eingegangen werden. Wenn man Medikamente einnimmt und dann das Gefühl hat, dass dieses Arzneimittel die eigene sexuelle Leistungsfähigkeit beeinflusst, sollte man mit seinem Arzt über dieses Problem sprechen und auf keinen Fall die Arzneimittelbehandlung eigenmächtig abbrechen.

Im Folgenden genannten Arzneimittel und Wirkstoffe, die als Nebenwirkung sexuelle Funktionsstörungen (mit dem Schwerpunkt erektile Dysfunktion) verursachen können, nicht aber in jedem Einzelfall hervorrufen müssen. In vielen, aber nicht allen Fällen, ist im Einzelnen bekannt, auf welche Weise diese Medikamente sexuelle Funktionsstörung verursachen. Sollten sie erektile Funktionsstörungen nach Einnahme eines dieser Medikamente an sich feststellen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Er kann Ihnen dabei leicht helfen und verordnet gegebenenfalls einen PDE-5-Hemmer wie Vardenafil, wenn Sie die Medikation beibehalten müssen.

1. Mittel gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva, Antihypertonika)
2. Harntreibende oder entwässernde Medikamente (Diuretika)
3. Mittel gegen Herzerkrankungen
4. Mittel gegen Gicht
5. Mittel gegen psychische Erkrankungen (Psychopharmaka), Schlafmittel (Hypnotika), Beruhigungsmittel (Sedativa), Schmerzmittel (Analgetika)
6. Lipidsenker (andere Bezeichnungen: Cholesterin-Senker, Blutfett-Senker)
7. Mittel gegen Magen- und Darmerkrankungen
8. Mittel gegen verschiedene Infektionen
9. Mittel gegen Krebserkrankungen
10. Cortison
11. Mittel gegen Diabetes
12. Mittel gegen Prostataleiden
13. Haarwuchsmittel
14. Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika)
15. Mittel gegen Blasenfunktionsstörungen, Harninkontinenz
Hierarchie
Gesundheitstipp: Erektile Dysfunktion
Gesundheitstipp: Medikamente und Erektile Dysfunktion

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