Fachwörterbuch zu CED

Sie möchten wissen, was ein “Pouch” ist? Der Arzt hat bei Ihnen eine “Stenose” diagnostiziert? Wo ist der Unterschied zwischen “Präbiotika” und “Probiotika”?
In der Medizin werden häufig Begriffe verwendet, die für viele Patienten nicht verständlich sind. Deshalb haben wir ein kleines Lexikon zusammengestellt, das die wichtigsten medizinischen Fachbegriffe zu chronisch entzündlichen Darmkrankheiten erklärt.

Abszess

Abszesse sind Eiteransammlungen in nicht vorgebildeten Gewebshöhlen. Sie bilden sich meist im Analbereich und sind äußerst schmerzhaft. Abszesse treten bei etwa 20 Prozent der Morbus-Crohn-Patienten auf.

Analkanal

Der Analkanal ist etwa drei bis sechs Zentimeter lang und bildet den Abschluss des Verdauungstraktes. Er sorgt für den sicheren Verschluss des Verdauungstraktes und die kontrollierte Abgabe des Stuhles.

Antigen

Körperfremde Stoffe, wie Viren, Bakterien oder Pilze, die eine Immunantwort des Körpers hervorrufen.

Antikörper

Siehe Immunglobuline.

Colitis ulcerosa

Der Begriff leitet sich von Colon = Dickdarm und Ulzera = Geschwüre ab. Colitis ulcerosa beschreibt eine Krankheit, bei der Abschnitte der Dickdarmschleimhaut entzündlich verändert sind. Die Entzündung entsteht zunächst im Mastdarm und breitet sich dann kontinuierlich in weitere Abschnitte des Dickdarmes aus. Im schlimmsten Fall ist der gesamte Dickdarm betroffen. Die Entzündung beschränkt sich auf die Darmschleimhaut. Die darunter liegenden Schichten sind nicht betroffen. Die Krankheit verläuft in Schüben und ist nicht heilbar.

Colon

Dickdarm.

Enterisches Nervensystem

Eigenständiges Nervensystem in der Darmwand, das den Verdauungsprozess steuert und mit psychischen Prozessen verknüpft ist.

Enzyme

Eiweißstoffe, die Stoffwechselvorgänge beschleunigen. Die gesamte Verdauung wird von kohlenhydrat-, eiweiß- und fettzerlegenden Enzymen begleitet.

Escherichia Coli (E-coli-Bakterien)

Stäbchenförmige Bakterienart, die zur natürlichen Darmflora gehört. Von Escherichia Coli gibt es pathogene (krankmachende) und apathogene (nicht krankmachende) Stämme. Die unschädlichen Stämme besiedeln den Dickdarm und verdrängen pathogene Bakterien. Apathogene Stämme von Escherichia Coli werden bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten manchmal gegeben, um die Zusammensetzung der Darmflora zu verbessern.

Fisteln

Als Fisteln bezeichnet man Verbindungen zwischen einem Hohlorgan wie dem Darm und der Körperoberfläche (äußere Fistel) oder einem anderen Hohlorganen (innere Fistel). Meist wird die Entstehung durch eine Entzündung verursacht. Sie haben eine schlechte Heilungstendenz und können immer wieder auftreten (rezidivieren). Anzeichen für eine Fistelbildung sind z.B. verschmutzte Unterwäsche, Stuhl im Urin, bei Frauen auch Stuhlabgang über die Scheide. Fisteln sind meist relativ schmerzlos. Fisteln treten bei ca. 30-50% der Morbus Crohn Patienten auf.

Gastroenterologie

Wissenschaft und Lehre von den Krankheiten des Magens und des Darmes.

Gastrointestinaltrakt

Funktionelle Einheit von Magen und Darm.

Ileostoma

Künstlicher Darmausgang. Wird auch als Stoma bezeichnet.

Ileum

Unterer Abschnitt des Dünndarmes, der in den Dickdarm übergeht. Das Ileum wird auch als “Krummdarm” bezeichnet.

Ileus

Darmverschluss.

Immunglobuline (Ig)

Immunglobuline, auch Antikörper genannt, sind Immunstoffe des Körpers zur Abwehr von Antigenen. Die Immunglobuline werden von den weißen Blutkörperchen nach dem Kontakt des Körpers mit Krankheitserregern gebildet. Sie binden sich spezifisch an Antigene und machen sie so “unschädlich”. Antikörper sind ausschließlich gegen einen bestimmten Stoff gerichtet. Jede neue fremde Substanz ruft daher die Bildung eigener, spezifischer Antikörper hervor. Es gibt die Immunglobuline G, M, A, D und E.

Immunsystem

Bezeichnung für das Gesamtabwehrsystem des Körpers, dessen Aufgabe die Erkennung und Bekämpfung von Krankheitserregern, wie Bakterien, Pilzen oder Viren ist. Das Immunsystem setzt sich aus Schutzbarrieren, Immunorganen, Immungeweben und Immunzellen (Lymphozyten) zusammen, die miteinander in Wechselwirkung stehen.

  • Haut, Tränenflüssigkeit, Speichel, Magensäure, Flimmerhärchen und Schleim in den oberen Luftwegen bilden Schutzbarrieren, die Krankheitserreger daran hindern, in den Körper einzudringen.
  • Immunorgane sind Thymus (eine Drüse hinter dem Brustbein) und Milz.
  • Immungewebe sind Knochenmark, Lymphknoten, Mandeln und das Lymphgewebe im Darm.
  • Immunzellen befinden sich in fast allen Geweben des Körpers.

Jejunum

Oberer Abschnitt des Dünndarmes, der vom Zwölffingerdarm bis zum Krummdarm reicht. Dieser Darmabschnitt wird auch als “Leerdarm” bezeichnet.

Kolektomie

Operative Entfernung des Dickdarmes.

Kortikoide

In der Medizin werden heute künstlich hergestellte, chemisch ähnliche “Abkömmlinge” (Derivate) von Kortison als Entzündungshemmer angewendet. Kortison und Kortikoide wirken immununterdrückend und haben unerwünschte Nebenwirkungen, so dass sie nach Möglichkeit nur kurzfristig verabreicht werden sollten.

Kortison

Kortison ist ein Hormon der Nebennierenrinde, das entzündungshemmend wirkt.

Mastdarm

siehe Rektum.

Morbus Crohn

Chronische Krankheit, bei der Teile des Dünndarmes und/oder des Dickdarms entzündlich verändert sind. Im schlimmsten Fall ist der gesamte Verdauungstrakt vom Mund bis zum After betroffen. Die Entzündung reicht von der Darmschleimhaut bis in tiefere Darmwandschichten hinein. Die Krankheit ist unheilbar und verläuft in Schüben. Beschwerdefreie Zeiten und massive Krankheitsschübe wechseln sich ab. Durch die Entzündungen bilden sich häufig Fisteln oder Stenosen.

Motilität

Unwillkürliche, reflektorische, vegetativ gesteuerte Muskelbewegungen, z.B. Darmmotilität. Der Begriff wird oft gleichbedeutend mit Peristaltik verwendet.

Neurogastroenterologie

Wissenschaft zur Erforschung des enterischen Nervensystems im Darm.

Obstipation

Verstopfung.

Pankolitis

Entzündung des gesamten Dickdarmes.

Pouch

Tasche aus Dünndarmschlingen, die als Reservoir und Ersatz für den Mastdarm nach der Entfernung des Dickdarms bei Colitis ulcerosa dient. Dies führt in den meisten Fällen zu einer normalen Stuhlkonsistenz, mit etwa fünfmaliger Stuhlentleerung pro Tag. Bei der Pouchoperation wird der gesamte Dickdarm bis auf einen kleinen Reste des Mastdarms entfernt. Aus einem Teil des Dünndarms wird dann ein sogenannter Pouch (Tasche) gebildet, der mit dem unteren Mastdarm vernäht wird. So ist es möglich, den Dickdarm zu entfernen, ohne dass ein künstlicher Darmausgang gelegt werden muss.

Peristaltik

Bewegung von Speiseröhre, Magen und Darm, bei der sich die einzelnen Organabschnitte nacheinander zusammenziehen und so den Inhalt weiter befördern. Die Peristaltik schiebt die Nahrung vom Mund über die Speiseröhre durch den Dünndarm in Richtung Mastdarm und After.

Präbiotika

Präbiotika sind Ballaststoffe, die den gesundheitsfördernden Bakterien der Darmflora als Nahrung dienen. Diese Bakterien verhindern, dass Krankheitskeime den Darm überwuchern. Präbiotika werden von den Darmbakterien zu freien Fettsäuren, z.B. Buttersäure abgebaut. Diese Fettsäuren dienen der Ernährung der Darmschleimhaut. Präbiotika unterstützen die Darmflora und damit das Immunsystem.

Probiotika

Von “pro = für” und “bios = Leben”. Probiotika sind Bakterien, die die Magen-Dünndarm-Passage lebend überstehen, wie z.B. einige Stämme der E-coli-Bakterien. Sie siedeln sich im Dickdarm an und vermehren sich dort. Sie unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora und werden Colitis ulcerosa-Patienten manchmal zusätzlich zu Medikamenten gegeben.

Rektum

Medizinischer Fachausdruck für Mastdarm oder Enddarm. Mit Rektum bezeichnet man in der Medizin die letzten 16 Zentimeter des Dickdarms vor dem After.

Resorption

Aufnahme von Substanzen ins Zellinnere. Wird meist im Zusammenhang mit der Nährstoffaufnahme im Dünndarm verwendet.

Stoma

künstlicher Darmausgang.

Stenose

Verengungen im Darm, die häufig durch Narbenbildung nach Entzündungen der Darmschleimhaut entstehen.

Verdauungstrakt

Alle Organe die der Aufnahme und Zerkleinerung der Nahrung, dem Transport, und dem Abbau in resorbierbare Bestandteile sowie der Ausscheidung unverdaulicher Nahrungsbestandteile dienen. Zum Verdauungstrakt gehören Mund, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm und After.

Villi

Darmzotten im Dünndarm.

Hierarchie
Gesundheitstipp: Fachwörterbuch zu CED

Krankheiten & Symptome

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Chronical Obstructive …

Chronisch Entzündlich …

Chronische Erkrankunge …

Chronischer Bronchitis

Colitis ulcerosa

Colitisulcerosa

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Darmkrebs

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Depressionen

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Dermatitis solaris acu …

Diabetes

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Durchblutungsstörunge …

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Erektile Dysfunktion

Erektionsstörung

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Fibromylagie

Fibromylagiesyndrom

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Haemophilus influenza …

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Harnwegsinfektion

Hausstaubmilbenallergi …

HAut

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Hepatische Encephalopa …

Hepatitis

Hepatitis A

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Herz-Kreislauf-Erkrank …

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Hib

Husten und Gliederschm …

Hypoglykämie

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Immunsystem

Influenza

Inhalationsallergie

Insektenstich-Allergie

Jodmangel

Keuchhusten

KHK

Kinderlähmung

Knochenmetastasen

Kopflausbefall

Kopfschmerzen

Krampfadern

Krebs

Kuhmilchallergie

Lähmungserscheinungen

Lebensmittelintoleranz

Leberkrebs

Leberverfettung

Leberzirrhose

Magenschmerzen

Magersucht

Makuladegeneration

Malaria

Manganmangel

Mangelerscheinung

Masern

Meningokokken

Metabolisches Syndrom

Migräne

Mineralstoffmangel

Morbus Crohn

Morbus Parkinson

MPS

Multiple Sklerose

Mumps

Muskelfaserriss

Muskelzerrung

Myom

Nagelpilzrkrankungen

Nasen-Nebenhöhlenentz …

Nebenhöhlenentzündun …

Neurodermitis

Niesen

Obstipation

Ohrgeräusche

Osteoporose

Parodontitis

PAVK

Pneumokokken

Polio

Pollenallergie

Polyarthritis

Prostatakrebs

Prüfungsangst

Psoriasis

Rauchgasvergiftung

Reflux

Reisekrankheit

Reizdarmsyndrom

Reizdarmsyndroms

Restless Legs Syndrom …

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Sexuelle Funktionsstö …

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Thrombosen

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Zeckenbiss

Zöliakie

Zoster

Zukunftsangst

Zwangsstörungen

Blickpunkt

  • Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen:
    Colitis ulcerosa

    Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind als chronisch entzündliche Darmerkrankungen bekannt. Es handelt sich dabei um Darmentzündungen, mit denen der Betroffene sich meist lebenslang auseinandersetzen muss. Kennzeichnend für chronisch entzündliche Darmerkrankungen ist, dass es in Intervallen zu schmerzhaften Entzündungsschüben kommt, die sich mit Phasen abwechseln, in denen die Symptome gar nicht oder nur abgeschwächt vorhanden sind.

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