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Divertikelbildung im Darm durch Übergewicht und mangelnde Bewegung

Divertikelbildung im Darm durch Übergewicht und mangelnde Bewegung

Im menschlichen Dickdarm können sowohl Polypen als auch Divertikel entstehen. Oft werden diese Veränderungen mit falscher Ernährung und zu wenig Bewegung in Verbindung gebracht. Bei einer endoskopischen Darmspiegelung werden kleine Polypen entfernt, weil sie auf Dauer auch bösartig entarten können.
Bei Divertikeln handelt es sich um Ausstülpungen, die an der Dickdarmwand entstehen. Dabei treten Anteile der Schleimhaut in bestimmte Lücken der Darmwand und bilden dort eine taschenartige Vertiefung, in der sich Darminhalt ansammeln und eine Entzündung, die sogenannte Divertikulitis, verursachen kann.
Falsche Ernährung und zu wenig Ballaststoffzufuhr oder eine chronische Verstopfung, bei der ein zu hoher Druck im Darm auftritt, sollen an der Entstehung von Divertikeln beteiligt sein. Hinzu kommt möglicherweise eine Bindegewebsschwäche, die besonders bei Menschen mit zunehmendem Lebensalter auftreten kann. Etwa zwei Drittel der Senioren jenseits des 70. Lebensjahrs in den Industrieländern haben Divertikel im Bereich des Dickdarms. Sind Divertikel nachgewiesen, treten jedoch noch keine Symptome auf, ist eine gesunde Ernährung mit ausreichend Faserstoffen, wie Vollkornprodukte, Flohsamenschalen, viel Gemüse und Obst empfehlenswert. Auch sollten ausreichend viel Wasser oder Tee getrunken werden und regelmäßige Bewegung im Tagesablauf eingeplant werden.
Eine weitere Vermutung für die Entstehung von Divertikel wurde in den letzten Jahren postuliert: an Stelle von ballaststoffarmer Ernährung beschuldigen einige Autoren das zunehmende Übergewicht und die Adipositas als Hauptursache für die Bildung von Divertikeln, besonders wenn das Bindegewebe an Spannung verliert. Damit wäre eine Bindegewebsschwäche bei Übergewicht und Adipositas der Hauptauslöser der Darmausstülpungen. Diesbezügliche Studien liefern aber noch widersprüchliche Daten und den unbeantworteten Fragen sollte mit belastbaren Studiendaten nachgegangen werden.
Immerhin entwickelt sich bei 20 Prozent der Betroffenen eine Divertikulitis. Eine solche Entzündung macht sich mit Schmerzen im linken unteren Bauchraum bemerkbar. Vergleichbar ist dies mit einer Blinddarmentzündung, die allerdings in der rechten unteren Bauchregion die typischen Schmerzen bereitet.
Zur Diagnostik lässt der Arzt das Blutuntersuchen, wo sich die Entzündungswerte als erhöhte weiße Blutkörperchen (Leukozyten), beschleunigter Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und der vermehrten C-reaktiven Proteine (CRP) darstellen. Auch lassen sich die entzündeten Divertikel mit Ultraschall erfassen; der Arzt kann aber auch ein Kernspintomogramm (MRT) anfertigen lassen, um die aktuelle Situation im Darmbereich darzustellen und entzündete Divertikel zu lokalisieren.
Zur Therapie werden darmwirksame Antibiotika eingesetzt und eine Magen-Darm-Kost (Breikost) wird den Betroffenen empfohlen. Sind Entzündung und Schmerzsymptome abgeklungen, kann langsam wieder eine ballaststoffhaltige Normalkost aufgebaut werden. Mit dem Wissen um die hohe Bedeutung einer gesunden Darm-Mikroökologie, nach der Entzündung und der Antibiotikagabe, sollte eine Darmsanierung erfolgen. Diese kann durch die Zufuhr von Milchsäurebakterien, Bifidobakterien und Coli-Spezies zu einer gesunden Darmflora beitragen, die Verdauung verbessern und das Immunsystem stärken.

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Blickpunkt

  • Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen:
    Colitis ulcerosa

    Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind als chronisch entzündliche Darmerkrankungen bekannt. Es handelt sich dabei um Darmentzündungen, mit denen der Betroffene sich meist lebenslang auseinandersetzen muss. Kennzeichnend für chronisch entzündliche Darmerkrankungen ist, dass es in Intervallen zu schmerzhaften Entzündungsschüben kommt, die sich mit Phasen abwechseln, in denen die Symptome gar nicht oder nur abgeschwächt vorhanden sind.

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